Heute geht es erst um 8:15 Uhr los. Ich war zwar schon länger wach, hatte aber so gar keine Lust auf­zustehen. Die Lustlosigkeit geht beim Frühstück wei­ter. Ich koche keinen Kaf­fee und suche im Ort keine Bar für einen Morgenkaf­fee auf. Es ist kalt und so laufe ich mich warm. Dann kom­men die ersten Trop­fen Regen auf diesem Camino vom Him­mel, also Jackenwechsel und den Rucksack in die Regenhülle verpackt. Zum Glück erweist sich diese Vorsicht als weitgehend überflüssig. Es bleibt bei ein paar Tropfen. Erst um 10:30 Uhr taucht die nächs­te Bar mit dem klingenden Namen „Novo“ auf. Drei spanische Pilger sind schon da und empfehlen mir die Bocadillos. Allein wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, jetzt etwas zu essen. Die halbe Stun­de Pause hat gutgetan. Zwei Stunden später schwenke ich frohgemut zur nächsten Bar ein und verlasse sie fluchtartig wieder. Die ab­gestandene Luft liegt mir noch eine halbe Stunde auf der Zunge. Also gibt es erst um 16:45 Uhr den nächsten Stopp. Seit 11:00 Uhr hat es immer wieder mal geregnet, ich habe also meinen Regenschirm nicht umsonst mitgenom­men. In Gedanken gehe ich durch, was ich alles mit mir herumschleppe und noch nicht gebraucht habe: Blasenpflaster, Pflaster, Näh­zeug, Sicherheitsna­deln und Regenhose fallen mir ad hoc ein.

Elsa kommt in der Bar an und meine weiteren Noti­zen können warten. In Ol­veiroa gibt es eine nagelneue Herberge mit einer an­geschlossenen Pension. Ich kann mir wieder ein Einzelzimmer sichern. Als ich mich gerade ausruhe, klopft es an der Tür. Marco teilt mir die Verabredung für das Abendessen mit. Ich sit­ze dabei wieder mit drei Portugiesen und einem Spanier zusammen. Ich ver­stehe von der Unterhaltung nur einzelne Worte und doch ist es gut unter Pil­gerfreunden aufgehoben zu sein.

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