Morgens mache ich einen Linksschwenk vom Hotel an der Kirche vorbei zurück zum Camino. Rechts tauchen ganz unverhofft Ramona und Yvonne auf. Ohne viele Verabredungen gehen wir den Weg bis Biewer mehr oder weniger auf Sichtweite. Da Yvonne etwas von einem Ziepen im Knie gesagt hat, bin ich versucht kräftig aus der Tipp-Tüte auszuteilen. Schon meine Pilgerfreundin Michelle hat ja einmal trocken festgestellt: „wenn ein Problem auftritt, wirst Du wach“. Yvonn erklärt, dem Knie gehe es schon besser und würgt so liebevoll meinen Ratschlagsturm ab. Die beiden Damen haben den Pilgerführer gründlicher gelesen als ich und so sind wir in Biewer auf der Suche nach dem Gasthaus Crames für einen mittlerweile überfälligen Kaffee.  Dann geht der Camino noch einmal recht steil bergan. Dafür haben wir schöne Ausblicke auf das immer näher kommende Trier. Bei der Hochschule geht es dann links eine Treppe hinab und über die Moselbrücke. Wir wollen nicht markierungstreu bis zur Benediktiner Abtei Sankt Matthias an der Mosel entlang nach rechts gehen, sondern halten uns links in Richtung Porta Nigra und Dom. Nachdem wir unseren Stempel von der Sankt Jakobsbrüderschaft in der Dom-Information bekommen haben, gehen wir noch gemeinsam auf einen Abschiedskaffee in eins der vielen Cafés in der Innenstadt. Dann ist adieu sagen auf dem Plan. Ich mache mich in aller Ruhe quer durch die Stadt auf nach Sankt Matthias. Bruder Matthias empfängt mich, zeigt mir mein Zimmer und alle wichtigen Räume des Klosters. Pünktlich zur Messe bin ich in der Kirche. Obwohl ich mich als evangelischer Christ geoutet habe, hat Bruder Matthias mich ausdrücklich zur Eucharistiefeier eingeladen. Jetzt auch in den Kirche gibt er mir einen einladenden Wink. Doch irgendetwas in mir steht noch auf der Bremse. Nach der Messe versammeln wir uns vor dem Refektorium. Beim Abendessen bin ich dann erstaunt, dass eine Frau im Refektorium erlaubt ist. Die Benediktiner sind sehr liberal. Ein besonderes Erlebnis ist der Vorleser, der während des Abendessens aus einem Buch etwas über den Werdegang von Churchill zur Zeit des Ersten Weltkrieges vorträgt.
Auf meiner Abendrunde durch das Kloster treffe ich einen Mönch, den ich auf Anfang achtzig schätze. Eine Unterhaltung über die aktuellen Tagesthemen entspinnt sich. Ich habe eine Woche keine Zeitung gelesen und keine Nachrichten gehört und bin so automatisch in der Rolle des Zuhörers. Leicht schmunzelt nehme ich wahr dass mein Gesprächspartner mehrmals betont diesen oder jeden Artikel in der online Version gelesen zu haben. 

Diesen Pilgerstempel der Sankt Jakobus Brüderschaft Trier habe ich in der Dom-Information bekommen.

Mosel - Camino: Pilgerstempel der Sankt Jakobus Bruderschaft Trier

In der Benediktiner Abtei Sankt Matthias gab es folgenden Stempel. Hier endet der Mosel - Camino offiziell.

Mosel - Camino: Pilgerstempel Benediktinerabtei Sankt Matthias Trier

Die Etappenkarte von Schweich, Hotel Schweicher Hof nach Trier, Benediktiner Abtei Sankt Matthias

Mehr zur Benediktiner Abtei Sankt Matthias unter: http://www.abteistmatthias.de

Weitere Information zu dieser Etappe des Mosel - Caminos auf der Seite:
http://www.wanderkompass.de/Deutschland/mosel-camino-etappe-8.html

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