Auch ohne Wecker bin ich kurz nach 7:00 Uhr wach und geduscht. Ich höre einen Hahn krähen und genieße das Frühstück. Den Sekt am Buffet lasse ich stehen. Ich will heute ja wieder ein Stückchen vorankommen.
Es geht erst einmal an der Mosel entlang. Bald bin ich in der Innenstadt von Trier, direkt an der Porta Nigra. Mit Blick auf den Dom genieße ich eine Tasse Kaffee. Bis Welschbillig sind es laut Führer 19 Kilometer und ich habe in Erinnerung, dass es manchmal kräftig bergan gegangen ist. Im Dom bekomme ich noch die zweite Hälfte der Sonntagsmesse mit. Wegen des Stempels habe ich keine Lust, bis 12:00 Uhr zu warten, bis das Dombüro öffnet. Dafür bekomme ich bei der Touristeninformation den Weg durch den Wald über das Schusterkreuz erklärt. Aus dem Wald hinaus verpasse ich wieder die Markierung und gehe die vier Kilometer bis Butzweiler an der Landstraße entlang. Dort bekomme ich den weiteren Weg bis Welschbillig erklärt. Beim Gasthaus werde ich von einem Ehepaar angesprochen, das im Jahr 2002 per Fahrrad von hieraus nach Santiago gefahren ist. Einen heftigen Regenguss passe ich auch noch im Gasthaus ab, dann kommt wieder die Sonne durch. Trotz nochmaligem Nachfragen schaffe ich es, mich im Wald zu verlaufen. Abgekämpft komme ich in Träg, einem Ortsteil von Welschbillig an, in dem das Haus „Eifelblick" liegt. Es ist keiner da und auch ans Telefon (denn dank dem Führer habe ich die Telefonnummer) geht keiner. Nette Nachbarn raten mir, einfach eine Weile zu warten. Dazu laden mich auch die rustikalen Bänke vor dem Haus ein. Die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist das „Don-Bosco-Haus" in Helenenberg, aber auf die weiteren vier Kilometer habe ich eindeutig keine Lust. Meine Taktik des Nicht-Vorbuchens, die bisher geklappt hat, ist heute eindeutig auf dem Prüfstand. Nach zweistündiger Pause bin ich dann doch gewillt, die vier Kilometer bis zum „Don-Bosco"-Kloster auf mich zu nehmen. Vorsichtshalber rufe ich jedoch an. Trotz der späten Stunde bekomme ich noch ein Abendessen vorgesetzt und mir wird von einem Laienbruder Gesellschaft geleistet, der mir das Kloster und die Einrichtung zur Förderung von Jugendlichen erklärt. Ein Bruder feiert heute seinen Namenstag und so bekomme ich sogar noch ein Kölsch ab.

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