Frühstück um 8:00 Uhr und ausdrücklich ist das Schmieren von Broten erwünscht. Dann können Wilfried und ich die vielen schönen Geschichten von unserem Essen gestern im Vier-Sterne-Hotel bei unserer Wirtin loswerden. Der Tag beginnt mit viel Lachen. Wilfried und ich machen uns getrennt auf den Weg. Beim Küster im Ort, drei Häuser nach dem Torbogen rechts, ist wieder Fröhlichkeit angesagt und der Pilgerstempel nimmt vier Felder im Pilgerpass in Anspruch - welch eine Verbindung zum Vier-Sterne-Hotel, wo das Essen die Sterne verdient hatte. Beim Service mussten wir aber jeder einen Stern mitbringen. Aus purem Übermut, gepaart mit Gemeinheit, habe ich meine goldene Kreditkarte zur Bezahlung gezückt und null Trinkgeld gegeben.
In Kronenburgerhütte verpasse ich den vorgeschlagenen Weg und gehe schön am Seeufer entlang. Ab Hallschlag dann darf ich drei Kilometer entlang der Landstraße gehen, um zum Pilgerweg zurückzugelangen. In Ormond erwartet mich eine schöne Kirche und den Stempel bekomme ich im Gasthaus nebenan. Eine Weile schaffe ich es, auf dem vorgeschlagenen Weg zu bleiben, dann komme ich aus dem Wald und bin auf der L 20. Nach dem Stand der Sonne muss ich nach links und ein paar Kilometer weiter wird meine Theorie durch ein paar Schilder auch bestätigt. Die nächsten Stunden spule ich auf der B 265 ab. An der Infotafel vor Prüm mache ich halt, trinke meinen letzten Tee und Wilfried läuft ein. Zusammen gehen wir in die Stadt und trinken einen Kaffee im Café „Zum goldenen Hahn" mit direktem Blick auf die Salvator-Basilika. Ich erhalte von der Bedienung netterweise einen Stadtplan und suche mir das „Landhotel Wenzelbach" aus. Müßig zu sagen, dass dort ein schönes Zimmer für mich frei ist.
Heute den Tag über habe ich an Michael gedacht, den ich auf dem Caminho Portugûes traf. Er erzählte mir von seiner Praxis, immer wenn sich die Möglichkeit ergibt, sein Buch auszutauschen. Hier im Hotel steht eine Büchertruhe mit genau dem Hinweis: „Nimm eins, lass eins hier." Ich habe mein „Peace"-Büchlein noch nicht ausgelesen und ich glaube, ich mag dieses Buch auch nicht hergeben. Zwei Taschen voll Bücher und CDs habe ich letztens nebenher beim Rucksackpacken in unserer Bücherei abgegeben, und wenn ich zu Hause bin, werde ich weiter ausmisten. Die Ideen, die ich in den letzten Tagen beim Pilgern entwickelt habe, benötigen den frei werdenden Raum. Auch heute sind wieder acht Seiten Stichpunkte ins Büchlein gewandert - da sind sie für immer gut aufgehoben und der Kopf ist frei geworden.

Bilder der siebten Etappe meiner Pilgerfahrt auf der Via Coloniensis am 21. September: Kronenburg → Prüm in meionem Google Album https://goo.gl/photos/rxSD28hLP4BAUUYY9

 

Hier der Start- und der Endpunkt der Etappe am 21. September: Kronenburg → Prüm.

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