Für den letzten Pilgertag ist der Wecker auf 7:00 Uhr gestellt. Das Frühstück genießen wir in aller Gemütlichkeit. Dann stellen wir fest, dass wir beide keine Lust auf die Stadt haben, vor allem aber keine Lust, in der Stadt nach dem Weg aus ihr hinaus zu suchen. Lieber laufen wir die fünf Kilometer bis Savy zurück, wo wir gestern den Weg, der vom Führer vorgeschlagen ist, verlassen haben. Nur einmal verlaufen wir uns an diesem Vormittag, was auch nur einen Umweg von zwei bis drei Kilometern ausmacht. Doch jeder Schritt auf diesem Weg hat sich gelohnt. Wir bekommen von einem Autofahrer eine Kopie einer Karte geschenkt und haben so einen Überblick, wo wir heute entlanglaufen wollen. Alle Franzosen, denen wir begegnet sind, waren freundlich und zuvorkommend. Vor allem haben sie unsere Versuche, ihre Sprache zu sprechen, mit Wohlwollen aufgenommen.
Am Canal Saint Quentin entlang geht es endlich einmal über einen mit Gras bewachsenen Weg. Das freut die Füße, die den vielen Asphalt gar nicht mögen. Wir sehen einen Kirchturm und einen Ort und denken, wir sind angekommen. Jugendliche baden in dem Kanal. Wir biegen ein und laufen den Kilometer bis zur Stadtmitte. Der Ort erweist sich als ein Ort vor unserem Ziel. Also noch einmal zurück zum Kanal und an diesem weitergelaufen. Zwei Mädels packen ihren gesamten englischen Wortschatz aus, um uns weiterzuhelfen. Ash wartet schon, wie wir per SMS mitbekommen, und Michelle hat einen besonders schnellen Schritt drauf. Dann endlich stehen wir im richtigen Ort am Hôtel de Ville, doch Ash ist verschwunden. Also noch eine SMS via Deutschland und USA und er kommt angefahren. Zum Abschied geht es in eine Bar, denn die Mairie hat schon geschlossen und wir wollen gerne einen Stempel vom letzten Ort unserer diesjährigen Pilgerfahrt auf der Via Francigena haben. Der Stempel ist genauso hässlich wie alle Bar-Stempel auf dieser Pilgerfahrt. Doch er beweist: Bis Tergnier sind wir gekommen.
Per Auto geht's weiter bis Metz, denn Michelle und Ash wollen mich morgen nach Hause bringen.

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