Nur elf Stunden haben wir geschlafen, doch wir sind immer noch müde. Das Frühstück steht schon parat. Es sind noch zwei andere Gäste im Haus, aber die bekommen wir nicht zu Gesicht. Mein Lunchbeutel wiegt mindestens zwei Kilo: Banane, Apfel, Nektarine, Käse, Brot und Jogurt wird mich heute den Tag über nicht verhungern lassen. Um 10:00 Uhr ist es schon sehr warm. Wir machen einen Schwenk von der Straße weg in ein kleines Dorf. Leider ist die Kirche geschlossen, auch die Mairie, aber in der Post sitzt eine Dame. Die telefoniert den Bürgermeister herbei. Und das nur für unsere Stempel. Wir genießen die Pause auf einer kleinen Mauer vor der Mairie. Für die Mittagspause finden wir einen schönen Platz auf einer Wiese. Heute ohne Baum, die Sonne versteckt sich hinter den Wolken. Leider hat James auch heute wieder seinen freien Tag, er serviert uns keinen Kaffee. Ansonsten ist das Picknick recht umfangreich. Im nächsten Ort machen wir auf den Stufen der Kirche eine weitere Rast. Die Tür zum Turm ist geöffnet. Den Zutritt ins Innere versperrt eine Gittertür. Auch die Mairie ist geschlossen, das ist wohl normal um Viertel vor zwei. Die letzten acht Kilometer bis Gy gehen wir auf einer kleinen Nebenstraße. Auch heute war Asphalt der einzige Untergrund, den unsere Füße gesehen haben. An der ersten Gîte kurz vor dem Ortseingang von Gy laufen wir vorbei. Wir haben keine Lust, so weit außerhalb der Stadt zu übernachten. Noch einen Kilometer geht es weiter bis zum Hôtel de Ville. Ein Radfahrer hält an, gibt sich als Santiago-Pilger zu erkennen und empfiehlt uns eine andere Gîte an einem Brunnen. Wir holen uns einen Stempel in der Mairie und treffen zwei Schweizer Pilgerinnen, die den Weg anders herum gehen. Wir werden in derselben Gîte übernachten. Das Notquartier im Hôtel de Ville ist uns doch zu karg, vor allem haben wir keine Isomatten dabei. Da die beiden Schweizer Damen aus der Richtung kommen, in die wir gehen, ist es interessant, sich auszutauschen und Tipps zu den Quartieren zu geben. Vor allem, da das auf Deutsch geht. Immer nur Englisch und Französisch zu sprechen, ist auf die Dauer doch anstrengend und, sich auf Deutsch zu unterhalten, eine wohltuende Entspannung. In einer Bar gegenüber der Gîte warten wir, bis die Herbergsleute von der Arbeit kommen. Gegen 18:00 Uhr dann zeigt uns eine nette Dame die Zimmer. Abendessen gibt es um 19:00 Uhr. Einiges ist fertig zubereitet, den Reis und die Soße dürfen wir selber kochen. Das übernehmen die Damen aus der Schweiz, während wir den Tisch decken. Natürlich übernehmen wir auch den Abwasch. Spannend ist es, für alle Sachen den richtigen Platz in den Schränken zu finden. Nach dem Austausch der E-Mail-Adressen bemerken wir, dass es regnet. Es mag die ganze Nacht regnen, aber bitte nicht morgen tagsüber. Der Schrittzähler gibt als Tagesleistung 37.674 Schritte an.

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